Jeffrey Epsteins Privatinsel Little St. James erlangte zu seinen Lebzeiten wegen der dort angeblich begangenen Verbrechen einen düsteren Ruf. Die Insel selbst bleibt aufgrund ihrer physischen Merkmale, ihrer Beziehung zur umliegenden Gemeinschaft und der Fragen, die immer noch ein bestimmtes Bauwerk umgeben, ein faszinierender Punkt. Anwohner und Besucher fragen sich seit langem über die Logistik des täglichen Lebens auf dem Grundstück, den hinterlassenen ökologischen Fußabdruck und darüber, wie die Zukunft aussehen wird, nachdem das Eigentum den Besitzer gewechselt hat.
Aus der Luft oder vom Wasser aus betrachtet präsentiert sich Little St. James als eine kompakte Anlage, die von importierten Palmen umgeben ist. Die einzigen praktikablen Hin- und Rückwege bleiben Boot oder Helikopter. Privat fliegende Gäste landeten normalerweise im benachbarten St. Thomas, bevor sie auf dem Wasser- oder Luftweg umstiegen. Die Palmen selbst waren in der Region nicht heimisch; Berichten zufolge kosteten der Versand und die Montage jeweils rund zwanzigtausend Dollar. Das Anwesen wurde wiederholt wegen Umweltverstößen im Zusammenhang mit der Einführung nicht heimischer Arten kritisiert. Als kubanische Laubfrösche auftauchten, empfahlen die Behörden eine strengere Kontrolle aller zur Baustelle gebrachten Landschafts- und Baumaterialien.
Great St. James liegt direkt auf der anderen Seite des Wassers und beherbergt das ganze Jahr über eine größere Bevölkerung. Als Journalisten nach Epsteins Verhaftung und Tod zu Besuch kamen, weigerten sich viele Bewohner der größeren Insel, öffentlich zu sprechen. Einige schienen auch Jahre später misstrauisch zu sein. Epstein hatte sichtbare Anstrengungen unternommen, sich in die Region zu integrieren, indem er Computer an Schulen und Jugendgruppen spendete, Programme an einer privaten Akademie unterstützte und Stipendien und Wissenschaftsmessen sponserte. Sasha Bouis, die einst ein Restaurant in Great St. James betrieb, fasste die damalige lokale Sichtweise zusammen: „Es wurde irgendwie akzeptiert. Da draußen lebte einfach dieser gruselige alte Milliardär.“

Im Mai 2023 verkaufte das Anwesen Little St. James und Great St. James über SD Investments für sechzig Millionen Dollar an Stephen Deckoff. Deckoff kündigte Pläne für ein Luxusresort mit 25 Zimmern an, dessen Eröffnung zunächst im Jahr 2025 geplant ist. Seit Anfang 2026 sind diese Zeitpläne verschoben. Es ist nur ein einziger unvollständiger Genehmigungsantrag für ein 8.800 Quadratmeter großes Lagerhaus aufgetaucht, und es wurden keine umfassenderen Resortgenehmigungen genehmigt. Beobachter auf St. Thomas berichten von minimaler sichtbarer Bauaktivität auf beiden Inseln.
Die blau-weiß gestreifte Struktur mit dem goldene Kuppel hat die meisten Spekulationen ausgelöst. Jüngste Dokumentenveröffentlichungen verdeutlichen, dass Epstein das Gebäude in internen Planungsunterlagen als „Moschee“ bezeichnete. Er erwarb Wandteppiche aus Mekka und entwarf Ideen für Gärten und Fliesenarbeiten im islamischen Stil. Es gibt keine Beweise dafür, dass der Raum jemals als aktive Kultstätte fungierte. Der äußere Verriegelungsriegel an der Tür bleibt ein dokumentiertes Detail, obwohl sein ursprünglicher Zweck noch ungeklärt ist.
Kubanische Laubfrösche sind seit mindestens den 1970er Jahren im gesamten Gebiet anzutreffen und kamen durch Pflanzen- und Baumateriallieferungen hierher. Sie jagen einheimische Amphibien und Eidechsen, was zu lokalen Kontrollprogrammen und Einfuhrbeschränkungen führt, die weiterhin in Kraft bleiben. Das Muster bei Little St. James passt eher zu einem umfassenderen regionalen Problem als zu einem Einzelfall. Das derzeitige Management konzentriert sich darauf, weitere unbeabsichtigte Einschleppungen durch eine strengere Kontrolle der per Lastkahn oder Flugzeug ankommenden Materialien zu verhindern.
Zu den Veröffentlichungen des House Oversight Committee im Dezember 2025 gehörten bisher unveröffentlichte Fotos und Videos der Innenräume und des Geländes der Insel. Weitere Offenlegungen der DOJ-Akten beziehen sich auf die Liegenschaft im historischen Kontext. Es kommt immer wieder zu gelegentlichen Vorfällen von Hausfriedensbruch, wobei mindestens zwei Fälle im Jahr 2026 zu kurzen Festnahmen führten. Die Kombination aus frischen offiziellen Bildern und ins Stocken geratenen Sanierungsplänen sorgt dafür, dass der Standort in den Nachrichten bleibt, ohne seit langem bestehende Fragen zu seiner früheren Nutzung zu klären.
Die Eigentumsverhältnisse sind abgelaufen, die Sanierung hat sich verlangsamt und neue Aufzeichnungen haben nur begrenzte Fakten zu einer Struktur hinzugefügt, ohne die Gesamtgeschichte zu klären. Little St. James bleibt ein Ort, der mehr durch das noch Unbekannte als durch eine einzelne bestätigte Erzählung definiert wird.
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