Prinz Andrew, einst Herzog von York, bot öffentlich an, Bundesermittler bei der Untersuchung von Jeffrey Epstein zu unterstützen. Die jüngsten Entwicklungen zeigen ein anderes Bild. Gerichtsakten und neu veröffentlichte Akten deuten darauf hin, dass er im Vereinigten Königreich einer formellen Prüfung unterzogen wurde, einschließlich einer Festnahme im Zusammenhang mit seiner früheren Beziehung zu dem verurteilten Sexualstraftäter.
Der Übergang von der erklärten Zusammenarbeit hin zu rechtlichen Konsequenzen hat neue Aufmerksamkeit auf die langjährigen Beziehungen zwischen Andrew und Epstein sowie auf den Umgang der britischen Behörden mit diesen Verbindungen gelenkt.
Andrew traf Epstein durch Ghislaine Maxwell, deren Vater ein mit der königlichen Familie befreundeter Medienmanager gewesen war. Die beiden Männer wurden mehrfach zusammen in New York und London fotografiert. Flugprotokolle zeigen, dass Andrew mindestens viermal mit Epsteins Flugzeug gereist ist, darunter eine dokumentierte Reise nach Little St. James, der Privatinsel, die später in Gerichtsdokumenten als Ort sexuellen Missbrauchs identifiziert wurde.
Aus Anfang 2026 veröffentlichten E-Mails geht hervor, dass Andrew zwischen 2010 und 2011 vertrauliche Berichte von seiner Arbeit als Handelsgesandter in Asien an Epstein weitergeleitet hat. Weitere Nachrichten deuten darauf hin, dass Maxwell bei der Organisation von Treffen mit jungen Frauen geholfen hat. Aufzeichnungen zeigen auch, dass der Kontakt zwischen Andrews Mitarbeitern und Epstein mindestens bis 2017 andauerte, Jahre nach Epsteins erster Verurteilung.
Virginia Giuffre gab an, dass Epstein und Maxwell sie im Alter von siebzehn Jahren dreimal zu sexuellen Begegnungen mit Andrew angewiesen hätten. Andrew und der Buckingham Palace bezeichneten die Behauptungen damals als falsch. Den Flugunterlagen zufolge befand sich Giuffre an Orten, die mit ihrem Konto übereinstimmen, obwohl die Klage, die sie gegen Andrew eingereicht hatte, im Jahr 2022 ohne jegliches Haftungseingeständnis beigelegt wurde. Giuffre starb 2025 durch Selbstmord.
Im November 2019 nahm Andrew an einem Fernsehinterview mit der BBC teil, in dem er Epsteins Verhalten als „unangemessen“ beschrieb. Er behauptete, ein Foto aus dem Jahr 2010, das ihn mit Epstein zeigte, sei während eines Besuchs aufgenommen worden, der dazu gedacht war, die Verbindung zu kappen, dennoch blieb er vier Nächte. Das Interview stieß wegen seines Tons und Andrews Darstellung der Ereignisse auf breite Kritik. Spätere Aktenveröffentlichungen zeigen, dass die Kommunikation nach der Sendung fortgesetzt wurde, was seiner Behauptung, der Kontakt sei beendet worden, widerspricht.

Im Februar 2026 wurde Andrew im Vereinigten Königreich wegen des Verdachts auf Fehlverhalten in öffentlichen Ämtern verhaftet. Ermittler behaupten, er habe während seiner Zeit als königlicher Gesandter vertrauliche Handelsinformationen mit Epstein geteilt. Er wurde im Zuge der Ermittlungen freigelassen, während die Polizei weiterhin Zeugen sucht. Die Festnahme erfolgte nach der Veröffentlichung von Epstein-bezogenen Dokumenten, zu denen auch die E-Mails der Handelsmission gehörten.

Anfang 2026 vom Justizministerium entsiegelte Dokumente enthalten E-Mail-Ketten, in denen Andrew Berichte aus Hongkong, Vietnam und Singapur direkt an Epstein weitergeleitet hat. Separate Nachrichten beziehen sich auf Maxwells Rolle bei der Organisation von Begegnungen. Die Materialien enthalten auch Beweise für Kontakte auf Mitarbeiterebene, die bis ins Jahr 2017 reichten, also lange nach dem Foto aus dem Jahr 2010, das Andrew als Beweis für den Abschluss der Beziehung anführte.

Im Oktober 2025 König Charles Andrews königliche Titel, Stile und Ehren wurden entfernt. Er ist jetzt als Andrew Mountbatten-Windsor bekannt. Berichten zufolge wurde er auch aufgefordert, die Royal Lodge zu räumen, das Anwesen in Windsor, auf dem er jahrelang gelebt hatte. Die Änderungen folgten dem anhaltenden öffentlichen und parlamentarischen Druck wegen seiner Epstein-Verbindungen.

Unabhängig von der Giuffre-Sache prüfen Thames Valley und die Metropolitan Police Behauptungen, dass eine Frau wegen einer Begegnung mit Andrew in das Vereinigte Königreich verschleppt wurde. Ermittler haben ehemalige Sicherheitsbeamte zu den Sicherheitsvorkehrungen bei Ereignissen im Zusammenhang mit Epstein befragt. Im Jahr 2026 wurden öffentliche Aufrufe zur Suche nach weiteren Zeugen eingereicht. Diese Ermittlungen bleiben aktiv und unterscheiden sich von allen Verfahren in den Vereinigten Staaten.
Die Kombination aus neu veröffentlichten E-Mails, der Verhaftung im Jahr 2026 und dem Verlust von Titeln hat frühere Spekulationen über eine freiwillige Zusammenarbeit durch eine formelle Rechenschaftspflicht in Großbritannien ersetzt. Weitere Enthüllungen aus der laufenden Polizeiarbeit könnten das Ausmaß von Andrews Beteiligung an Epsteins Aktivitäten klären.
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