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Im Laufe der Jahre wurden Fans der japanischen Fußballnationalmannschaft dafür gelobt, dass sie das Stadion nach der WM-Teilnahme ihrer Mannschaft stets reinigten. Diesmal ernteten sie jedoch tatsächlich Kritik von einigen japanischen Bürgern.
Nach Japans erstem Spiel bei der Weltmeisterschaft 2026 tauchten verschiedene Fotos auf, auf denen Fans des Samurai Blue-Teams zu sehen waren, wie sie mit Müllsäcken in der Hand die Tribünen durchkämmten.
Als einige Leute auf diese Fotos reagierten, hatten sie das Gefühl, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Sie haben das Gefühl, dass japanische Männer in der Öffentlichkeit sauber erscheinen, die Bürde der Sauberkeit zu Hause aber ihren Frauen überlassen.
Eine Regierungsumfrage aus dem Jahr 2021 ergab, dass Frauen in Haushalten mit zwei Einkommen und Kindern unter sechs Jahren mehr als sieben Stunden am Tag mit Hausarbeit verbringen, während Männer weniger als zwei Stunden damit verbringen.
Ein Poster auf Japanisch ging daraufhin viral. Das Plakat enthält eine Nachricht, in der ein Japaner, der im Stadion Müll aufsammelt, mit demselben Mann verglichen wird, der auf einem Sofa in seinem Haus liegt.
Im zweiten Bild ist der Mann zu sehen, wie er in der Nähe seiner Frau, die gerade das Geschirr spült, mit seinem Handy spielt.
Männer in Japan sollten mehr zu Hause helfen, heißt es im Plakattext.
„Die Zeit, die sie mit der Hausarbeit verbringen, gehört zu den kürzesten der Welt“, heißt es in der Mitteilung.
Der Posterbeitrag wurde auf X 60.000 Mal geliked.
„Jeder möchte die Welt retten, aber niemand möchte Mama beim Abwaschen helfen“, kommentierte ein Benutzer X und bezog sich dabei auf ein Zitat des amerikanischen Schriftstellers PJ O’Rourke.
„Vielleicht ist unter den Leuten, die diesen Müll einsammeln, ein Mann, der zu Hause kleine Kinder hat und seine Frau zurückgelassen hat, um sich um sie zu kümmern, um die Weltmeisterschaft zu sehen“, schrieb ein anderer.
Sauberkeit und Selbstreinigung an öffentlichen Orten sind tief in der japanischen Kultur verankert.
Bezogen auf die Zeit, die sie für Hausarbeit aufwenden, liegen japanische Männer jedoch unter den „fortgeschrittenen Volkswirtschaften“ am niedrigsten.
Nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aus dem Jahr 2021 verbringen Frauen in Japan mehr als drei Stunden pro Tag mit unbezahlter Arbeit. Das ist mehr als fünfmal so viel wie bei Männern, die täglich 47 Minuten damit verbringen.
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Einige Social-Media-Nutzer kritisierten auch die Heuchelei, im Ausland Müll einzusammeln. Tatsächlich seien öffentliche Räume in Japan nach Großveranstaltungen oft mit Müll gefüllt.
Da jedoch die Debatte über die Arbeitsteilung im Haushalt weitergeht, argumentieren viele, dass die für japanische Fans typische Stadionreinigung gefördert und nicht kritisiert werden sollte.
„Wo ist die Schande?“ schrieb ein Benutzer
Von solchen Aufräumarbeiten scheinen auch Anhänger der WM-Teilnehmer 2026 aus anderen Ländern betroffen zu sein.
In einem aktuellen Social-Media-Video war zu sehen, wie portugiesische Fans auch mit großen Plastiktüten Müll von den Tribünen sammelten. Viele Social-Media-Nutzer betrachten Japan als Vorreiter dieses Trends.
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